Das Arztmobil für Wohnungslose

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Kranke Obdachlose können seit 1995 zu wichtigen Anlaufpunkten in Berlin kommen und werden vor Ort im Caritas-Arztmobil durch ehrenamtliche Ärzte und Sozialarbeiter versorgt. Rund 700 Patienten nehmen jährlich dieses Angebot wahr.

Vor knapp 20 Jahren haben die Caritas-Mitarbeiter die Notwendigkeit gesehen, Obdachlosen in Verbindung mit der ambulanten Versorgung am Bahnhof Zoo eine mobile Versorgung zu garantieren. Viele der Obdachlosen gehen aus Scham nicht zu den Arztpraxen oder werden abgewiesen. So kommen die Ärzte, Krankenschwestern und Sozialarbeiter des Arztmobiles zu ihnen auf die Straßen Berlins.

Das Arztmobil liefert Hilfe auf vielen Wegen

Zur Erstversorgung gehört nicht etwa ein Verband oder eine wirksame Salbe, vielmehr wird den Obdachlosen ein Paket aus allen Möglichkeiten, ein normales Leben zu führen, übertragen. So beinhaltet das Projekt der Caritas in seiner Grundidee die Hilfe bei der Wohnungssuche, die Suche nach einer gesetzlichen Krankenkasse und versucht, den Weg in ein neues Leben zu unterstützen. Natürlich würde es ein falsches Bild vermitteln zu behaupten, dass alle Wohnungslosen den Wunsch nach einer eigene Wohnung verspüren und sich an die gegeben Adressen wenden. Auch die verschriebenen Medikamente werden nicht immer regelmäßig eingenommen. Doch die Möglichkeiten bestehen – und viele Bedürftige sind, auch wenn nur über ein Teil des Angebotes, sehr dankbar.

So wie im Fall von Krzysztof Bobrouski. Krzysztof ist 30 Jahre alt und seit mehreren Jahren obdachlos. Er kommt ursprünglich aus Polen und ist viel umhergereist. Vor ein paar Tagen war er noch in Frankreich. Dort wurde er, nach eigener Aussage, „raus geschmissen“. Nach einem unglimpflich verlaufenen Faustkampf hat er Verletzungen am Auge und an den Fingern davongetragen. Nun lässt er sich vom mobilen Arzt behandeln. Die Behandlung erfolgt auf Englisch. Krzysztof füllt die notwendigen Papiere aus und erhält am Ende der Untersuchung eine Salbe.

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Weniger Patienten als in den vergangenen Jahren

Der Ton in der Behandlung ist konzentriert, ruhig und einfühlsam. „Viele Obdachlose haben schlechte Erfahrungen mit den Praxen gemacht“ sagt der diensthabende Arzt. „Den Patienten wird im Arztmobil das Gefühl vermittelt, dass sie hier richtig sind und sich nicht dafür schämen müssen, wie ihr Leben zurzeit verläuft. Denn der Besuch bei uns ist gar nicht so selbstverständlich für die Wohnungslosen: Man muss sie erst dazu bewegen, die Mobile Station aufzusuchen und sich dann das Vertrauen erarbeiten, um sie behandeln zu können.“, erzählt der Arzt.

Den neuen Zahlen der Caritas zu urteilen werden die Patienten des Ärztemobils, im Vergleich zu den vorherigen Jahren, stetig weniger. „Das liegt an neuen Medizinprojekten, die es mittlerweile gibt – und natürlich auch an den Veränderungen innerhalb der Krankenversicherungen. Menschen, die eigentlich unser Klientel sind, können nun viel leichter eine Krankenversicherung haben.“ sagte die Sozialarbeiterin, Jennifer Kröger.

Auch wenn die Arbeit für das Team nicht immer einfach ist, freuen sie sich auf den nächsten gemeinsamen Einsatz.

Das Arztmobil ist in den Werktagen von Montag bis Freitag unterwegs.

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