Dennis – nach einem Familienstreit obdachlos

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Dennis‘ Freund Gollum am Bahnhof. Foto: Juliana Woitascheck

 

Dennis, 27, aus Berlin-Schöneberg


Wie bist du auf der Straße gelandet?

Ich bin vor drei Monaten nach einem Streit in meiner Familie freiwillig obdachlos geworden. Die genauen Details des Streits behalte ich für mich. Gerade eben haben mich mein Bruder und meine Schwägerin besucht, das machen sie häufig. Wir passen so gegenseitig auf uns auf.

Was stört dich am Leben auf der Straße am meisten?

Nur die Kälte stört mich, ansonsten eigentlich nichts.
Es war nicht schwer, mich auf der Straße zurechtzufinden. Ich mag die Leute hier draußen und mein Freund Gollum, mit dem ich schon früher im Fußballverein gespielt habe, lebt auch auf der Straße. Mit einem anderen hab ich mir den Spaß gemacht und meinen Hertha-Schal gegen seinen Freiburg-Schal  getauscht. Eigentlich sollte es nur einen Tag dauern, doch heute ist es schon der dritte in Folge.

Wo schläfst du eigentlich?

Ich schlafe mal hier und mal da, es gibt keinen festen Schlafplatz. In einem Zelt für Obdachlose schlafe ich zum Beispiel, oder auch notfalls vor der BM (Bahnhofsmission, Anm. d. Red.). Unter freiem Himmel schlafe ich aber ungern. Heute Nacht habe ich im Krankenhaus geschlafen.

Wie finanzierst du dein Leben?

Ich bekomme Hartz Vier. Manchmal frage ich Passanten nach etwas Geld.

Was war dein schlimmstes Erlebnis auf der Straße?

Mein schlimmstes Erlebnis in den drei Monaten, in denen ich jetzt obdachlos bin, war eine Schlägerei am Bahnhof Zoo. Mir ist dabei zum Glück nichts passiert.

Hast du Pläne für deine Zukunft?

Ein Ziel ist es, zu heiraten, nur die passende Frau habe ich noch nicht gefunden. Eine eigene Wohnung will ich auch beziehen, es ist jedoch keine in Sicht. Der Wohnungsmarkt ist halt voll. Ich will mich deswegen mal mit dem Berater von meinen Kumpel zusammensetzen, der ihm seine Wohnung beschafft hat.

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