Die Straßenzeitungen Berlins: Arbeiten in der Obdachlosigkeit

Der strassenfeger, die motz und das streem-Magazin sind drei Zeitungen in Berlin, die wohnungslose und nichtwohnungslose Personen vertreiben können. Sie haben jeweils eine Auflage im fünfstelligen Bereich und wollen Bewusstsein für Armut und Obdachlosigkeit schaffen.

Alex verdient sich durch den Verkauf des strassenfegers etwas Geld dazu. Der strassenfeger wird 2015 20 Jahre alt und blickt, wie die motz, auf eine lange Geschichte zurück. „Aus einer Hand voll Leuten“, erzählt eine Redakteurin, setzte sich die damalige Redaktion des strassenfegers zusammen. Derzeit besteht die Redaktion aus einem Chefredakteur, dem Redaktionssekretär, zwei freiberuflichen Layoutern, einer ehrenamtlichen Redakteurin und 10-15 ehrenamtlichen Autoren, die alle zwei Wochen eine Ausgabe erstellen. Auch der Motz & Co e.V. veröffentlicht im selben Abstand die motz bzw. motz-„life“. Das streem-Magazin erscheint viermal jährlich. Alle haben eine fünfstellige Auflage: Der strassenfeger produziert 15.000-20.000 Exemplare pro Ausgabe, die motz 15.000 und streem 20.000.

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Mit einer Auflage von etwa 17.000 Exemplaren und ca. 1.800 Verkäufern wird der strassenfeger unter die Menschen gebracht. Foto: Sarah Keil

Hilfe zur Selbsthilfe

Beim strassenfeger sind weit über 1.000 Verkäufer registriert und haben einen Verkäuferausweis. Von 300-400 regelmäßigen Verkäufern geht die Redakteurin, die nicht genannt werden möchte, aus. Der Verkauf von Straßenzeitungen ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, damit Verkäufer selbst aktiv werden, etwas für sich zu tun. Es sind aber nicht mehr nur Wohnungs- und Mittellose, die Straßenzeitungen verkaufen. Der Vertrieb hat sich auch zum Einkommensmodell für Arbeitslose, Einwanderer und andere Personen, die ihr Einkommen aufbessern wollen, entwickelt. Denn den strassenfeger kann jeder verkaufen, der die Selbstverpflichtungserklärung unterschreibt. Diese verpflichtet zur Einhaltung von Regeln, wie zum Beispiel keine alten oder zerknitterten Ausgaben zu verkaufen. Außerdem darf nicht im berauschten Zustand verkauft werden.
Von der früheren Leitidee, wohnungslose oder bedürftige Menschen bei der Produktion des Inhalts zu beteiligen, sei die Redaktion abgewichen. Die Gründe dafür lägen in der mangelnden Beteiligung.

Keine Konkurrenz bei den Straßenzeitungen

„Wir sehen nur die motz als dauerhafte weitere Straßenzeitung in Berlin.“, erläutert die Redakteurin. Da gebe es aber keine Konkurrenz. Berlin sei so groß, dass die Zeitungen sich verteilen und sich nicht im Weg stünden.

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Der strassenfeger erscheint alle 2 Wochen, die Redaktion plant immer 2 Ausgaben im Voraus. Foto: Sarah Keil

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Der Verkauf von Straßenzeitungen soll registrierte Verkäufer aktivieren, selbst etwas für sich zu tun. Foto: Sarah Keil

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strassenfeger mobil – die Redaktion benutzt zum Vertrieb ein Auto vom mob – obachlose machen mobil e.V. Foto: Sarah Keil

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