Thomek – Nach Diebstahl auf der Straße

 

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Thomek lebt seit einem Diebstahl auf der Straße. Foto: Christopher Haacker

Thomek, 41, ursprünglich aus einem Dorf bei Breslau (Polen), hat Abitur und eine Schwester, die noch in Polen lebt (Lehrerin, 36).

Wie bist du auf der Straße gelandet?

Ich habe in Südtirol meinen Job verloren und wollte nach Berlin fahren. Dabei habe ich einen Zwischenstopp in München gemacht, als ich auf den Anschlusszug gewartet habe. Ich bin am Bahnhof eingeschlafen und wurde beklaut. Meine 1000 Euro Bargeld, die ich durch meine Arbeit als Zuschneider von Granit verdient hatte, waren weg.
Seit dem Diebstahl vor drei Jahren bin ich obdachlos. Ich lebe auf der Straße.

Was stört dich am Leben auf der Straße am meisten?

Mich ärgern Leute, die mir meine Zeitung klauen. Ansonsten habe ich keine Probleme auf der Straße. Ohnehin kenne ich viele polnische Obdachlose, die mir notfalls helfen.

Wo schläfst du eigentlich?

Ich schlafe entweder in der Notunterkunft oder auf einer Straßenbank, weil ich gerne allein bin.

Wie finanzierst du dein Leben?

Ich finanziere meinen Alltag durch Spenden und durch gesammelte Pfandflaschen. Eine warme Mahlzeit erhalte ich regelmäßig in der Bahnhofsmission am Zoo.
Früher habe ich Geld durch verschiedene Jobs verdient.

Was war dein schlimmstes Erlebnis auf der Straße?

Meine schlimmste Erfahrung auf der Straße war der Diebstahl meines Geldes in München. Das ist mir zwar nicht als Obdachloser passiert, war aber dennoch meine schlimmste Erfahrung.

Hast du Pläne für deine Zukunft?

Ich möchte gerne zurück zu meiner Mutter nach Polen. Mit ihr telefoniere ich häufig. Ihr gefällt nicht, dass ich auf der Straße lebe und viel Alkohol trinke, weil auch mein Vater ein Trinker war. Er starb 2009.

 

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