Gollum: Zum Geburtstag Obdachlosigkeit

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Hendrik „Gollum“, 30 Jahre alt, kämpft seit neun Jahren gegen die Obdachlosigkeit auf den Straßen Berlins.

Wie bist du auf der Straße gelandet?

An meinem 22. Geburtstag bin ich bei meiner Großmutter rausgeflogen. Sie hat mich großgezogen und ein Leben lang unterstützt. Irgendwann konnte sie meine Alkoholsucht nicht mehr ertragen und hat mich rausgeschmissen. Seitdem lebe ich auf der Straße.

Was stört dich an der Obdachlosigkeit am meisten?

Mich stört am meisten, dass ich oft grundlos angepöbelt und beklaut werde. Es ist so: Irgendwelche Leute kommen vom Feiern und nehmen dir einfach so deine Sachen weg. Wenn man alleine ist, kann man sich nicht wehren.

Wo schläfst du eigentlich?

Ich schlafe meistens auf der Straße oder in Bahnhöfen. Notunterkünfte sind nichts für mich.

Wie finanzierst du dein Leben?

Ich sammele hauptsächlich Pfandflaschen und bekomme Spenden von Passanten. Ich schnorre die Leute aber nicht nach Geld an, sondern stelle meinen Becher hin – Wer etwas spenden will, der spendet. An einem guten Tag kommen dadurch locker 40 Euro zusammen.

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Was war dein schlimmstes Erlebnis auf der Straße?

Ich wurde von mehreren Leuten nachts, während ich schlief, einfach so zusammengetreten. Die kamen gerade von einer Party und hatten wohl einfach Lust jemanden zu vermöbeln. Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Mit einer Gehirnerschütterung bin ich dann im Krankenhaus gelandet.

Hast du Pläne für deine Zukunft?

Mein größter Wunsch wäre, dass die Ämter mir keine Steine mehr in den Weg legen würden und ich endlich eine Wohnung bekomme. Wenn ich diese habe, möchte ich eine nette Frau kennenlernen und mit ihr eine Familie gründen.

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