Im Schlaf angezündet: Dirk

 

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Dirk (links) und Gollum halten noch immer zusammen.

Dirk, in den Vierzigern, lebt seit zehn Jahren auf den Straßen Berlins.

Wie bist du auf der Straße gelandet?

Vor zehn Jahren sind meine Frau (38) und mein Sohn (8) bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ich habe zu dieser Zeit in Spandau gewohnt und bei BMW gearbeitet. Seitdem ich die beiden verloren habe, lebe ich auf der Straße. Es tut mir sehr weh, darüber zu reden. Als meine Familie starb, habe ich mein Leben aufgegeben.

Was stört dich am Leben auf der Straße am meisten?

Die Verurteilung durch andere Menschen stört mich sehr. Ich hatte ein Leben, und es wurde mir genommen. Die Leute denken, wir seien nur asoziale Penner. Wir sind nicht asozial! Die Leute ignorieren uns einfach. Außerdem wurden mir schon mehrfach meine Schlafsäcke geklaut, das verstehe ich einfach nicht.

Wo schläfst du eigentlich?

Ich schlafe oft in Bahnhöfen – manchmal auch in der S-Bahn selbst. Notunterkünfte sind nichts für mich, ich bleibe lieber draußen.

Wie finanzierst du dein Leben?

Ich frage nette Menschen nach Geld und sammele Pfandflaschen. Für den Staat sind wir nur kleine Penner – von denen kann man nichts erwarten. Ich war beim Jobcenter, da haben sie mir nur gesagt: “Ohne festen Wohnsitz kriegst du nichts“.

Was war dein schlimmstes Erlebnis auf der Straße?

Ich habe im Tiergarten geschlafen, als plötzlich 3 Leute kamen und mich mit Benzin übergossen. Dann haben sie mich angezündet, in Brand gesteckt. Mein Freund Gollum hat mir das Leben gerettet. Zum Glück befand sich unser Schlafplatz in der Nähe eines Sees, sodass er mich ins Wasser schmeißen konnte. Danach kam die Polizei, hat alles abgesperrt und die Schweine, die mir das angetan haben, gefunden und verhaftet.

Hast du Pläne für deine Zukunft?

Ich möchte gerne wieder eine eigene Wohnung haben, aber der Staat gibt uns diese Möglichkeit einfach nicht. Es ist aussichtslos…

 

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