Jörg: Der Zusammenhalt ist das Beste

 

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Jörg genießt den Zusammenhalt auf der Straße.

 

Jörg ist 43 Jahre alt und kommt aus Berlin-Lichtenberg. Er lebt seit 15 Jahren freiwillig auf der Straße.
Wie bist du auf der Straße gelandet?

Das hat mit einer Frau zu tun. Vor 15 Jahren haben wir uns getrennt und seitdem bin ich auf der Straße. Sie hat mich quasi vor die Tür gesetzt. Auf der Straße hat es mir dann aber so gut gefallen, dass ich einfach hier geblieben bin.

Was stört dich am Leben auf der Straße am meisten?

Eigentlich gar nichts. Der Zusammenhalt der Leute auf der Straße ist eigentlich das Beste, was es überhaupt gibt. Wir sind wie eine große Familie. Klar gibt es auch mal Streit, aber das klären wir unter uns und dann ist auch wieder gut. Mich stören auch auch keine Leute, die mich verscheuchen wollen. Man darf sich eben einfach nicht unterkriegen lassen – und das schaffe ich seit mittlerweile 15 Jahren.

Und wo schläfst du?

Ich schlafe sehr wenig und kurz. Oft ist es nur ein Dösen. Ich kann aber sogar im Stehen ein bisschen schlafen. Eine Wohnung habe ich nicht. Ich lebe und schlafe freiwillig auf der Straße.

Wie finanzierst du dein Leben?

Ich beziehe Hartz Vier.

Was war dein schlimmstes Erlebnis auf der Straße?

Mir gehen die Leute immer aus dem Weg. Ich frage mich warum, obwohl ich eine Vermutung habe. Doch so hatte ich noch nie Stress.

Hast du Pläne für deine Zukunft?

Am Montag habe ich einen Termin wegen einer Wohnung. Ich möchte zwar nicht von der Straße runter, aber ich bin schwer herzkrank und eine Wohnung wäre daher besser für mich.

 

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