Mietschulden, Rausschmiss, Obdachlosigkeit: George

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Symbolbild, Foto: Juliana Woitascheck

 

George*, 35 Jahre alt, in Berlin geboren und aufgewachsen, ist wegen Mietschulden auf der Straße gelandet.

Wie bist du auf der Straße gelandet?
Ich hatte damals eine eigene Wohnung – gemietet. Nach dem ich meine Arbeit verloren habe, konnte ich die Mietschulden, die aus der Arbeitslosigkeit entstanden, nicht mehr bezahlen und musste meine Wohnung räumen. Die Vermittlung durch soziale Einrichtungen hat nicht geklappt. Ich stand also irgendwann ohne Ergebnis da.

Was stört dich am Leben auf der Straße am meisten?
Nichts, so gesehen. Ich habe mich bewusst dazu entschieden – in Anbetracht der Möglichkeiten, die ich habe.
Wie soll ich Ihnen sagen… Im Prinzip geht es um das Zusammenleben – egal ob auf der Straße oder in Wohnheimen – und dem, was manche darunter verstehen. Das funktioniert einfach nicht. Eigentlich sind die Menschen das Problem!

Wo schläfst du eigentlich?
Ich schlafe draußen, auf der Straße. Ich will nicht in einer dreckigen Einrichtung schlafen, wo ich vielleicht noch ausgeraubt werde.

Was war dein schlimmstes Erlebnis auf der Straße?
Wenn es zu Gewalttätigkeiten kommt, bin ich immer der Leidtragende.
Es ist schonmal vorgekommen, dass ich gleich von mehreren Alkoholisierten zusammengeschlagen wurde.

Dann bin ich zur Polizei, die ja direkt um die Ecke war, aber die konnte dann nur eine Anzeige aufnehmen. Das war’s. Denken Sie da wird einem geholfen?! Ich soll arbeiten gehen, Steuern zahlen und der Staat, die Polizei oder die Einrichtungen helfen trotzdem nicht! Da kann man nur allem aus dem Weg gehen.

Wie finazierst du dir dein Leben?
Ich finanziere mein Leben nicht. Ich gehe in die Bahnhofsmissionen und esse dort. Meine Kleidung hole ich mir aus der Kleiderkammer.
Ich bettle nicht und sammle auch keine Flaschen – Nein, das mache ich nicht.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich plane die Zukunft gar nicht, das kann ich leider auch gar nicht.

*Name geändert.

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