Nur Frauen heute! Rauchen und Männer verboten …

Der Frauentag bei „Unter Druck“ ist ein besonderer Tag. Hier können Frauen unter ihresgleichen sein und über Themen reden, die ihnen wichtig sind – ohne von den Männern diverse Blicke zu ernten.

Unter Druck – Kultur von der Strasse e.V.  ist ein Verein für Wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen. Menschen am Existenzminimum. Menschen, die sich mit ihren Ideen und Eigeninitiative für ihre Belange selbst einsetzen. Grundgedanke ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Unter Druck e.V. begreift sich als Raum für Menschen, Raum für Ideen, Initiativen, Projekte und verschiedene Arbeitsgruppen, Ausstellungen, Aufführungen sowie Lesungen. Das Projekt hat eine ausgeprägte Mitbestimmungskultur. Im Verein sind Wohnungslose oder Menschen, die schon Obdachlosigkeit erlebt haben, beschäftigt.

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Männer unerwünscht: Freitags ist im Verein Unter Druck Frauentag.

Hilfe zur Selbsthilfe: Motivation zur eigenständigen Planung

Angelika Wenzel ist Sozialarbeiterin bei Unter Druck :„Ich ermutige die Menschen, die zu uns kommen, etwas zu machen. Aber den Rest, wie zum Beispiel das Planen, Gestalten des Projektes, das machen sie ganz alleine. Ob es die Wandgestaltung ist oder die Koordination der Arbeitsgruppen. Bei uns lernt man von einander und gibt es an Andere weiter.“

So entstand auch der Tag der Frauen, der jeden Freitag rauchfrei in den Räumen von Unter Druck stattfindet. Ulla Benz veranstaltet den Frauentag und bereitet alles dafür vor. Ein Stammtisch, der von sieben Frauen bestimmt wird, hat an diesem Tag das Sagen. Männer werden durch ein Türgitter vor der Eingangstür davon abgehalten, reinzukommen und die Damenrunde zu stören. „Hier können die Frauen sich alles von der Seele reden – und ich höre zu und trage es nicht weiter“ sagt Ulla Benz, die seit zehn Jahren bei Unter Druck ehrenamtlich mithilft. Nach dem Verlust ihrer Arbeit ist sie der Obdachlosigkeit selbst entkommen und versteht die Sorgen und Ängste der obdachlosen Frauen bestens. Ihrer Meinung nach können Frauen leichter in die Wohnungslosigkeit rutschen. Zum einen können oder wollen viele Frauen nicht für sich selbst einstehen, zum anderen wehren sie sich weniger als das männliche Geschlecht.

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Ulla ist die Beste

Auf die Frage, was den Frauentag bei Unter Druck für die Frauen so besonders mache, antwortet eine der Damen, dass es Ulla selbst sei. Sie fühlen sich sehr gut aufgehoben und wissen, dass Ulla es gut mit ihnen meint. Seit vielen Jahren kommen manche Frauen schon zu diesen Frauentreffen und bringen auch gerne Lebensmittel von zu Hause mit, die günstig eingekauft wurden oder zuhause übrig blieben.
Doch es ist nicht immer so harmonisch wie heute: „Es ist schon viel vorgefallen“ erzählt Ulla lachend. Sie wurde schon von neuen Mitgliedern bedroht oder angeschrien. Doch Ulla sieht das nicht als Angriff auf ihre Person, immerhin kenne sie die schlimmen Geschichten der Frauen ganz genau. Und trotzdem: Auf Manieren bestünde sie, in ihrer Frauengruppe.

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