Zahlen und Fakten: Obdachlosigkeit in Deutschland

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Um über die Entwicklungen auf den nationalen Straßen informiert zu sein, publiziert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) jährlich ihre Forschungsergebnisse und Zahlen zu Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Deutschland. Ohne eine einheitliche bundeweite Erhebung dieser Daten sind diese Studien leider auf Schätzungen begrenzt.
Trotzdem erlauben sie eine Auseinandersetzung mit den Fragen der Obdachlosigkeit in Deutschland und ihren sozialen Entwicklungen. Wie viele Frauen haben hierzulande kein Dach über dem Kopf? Und wie kommt es, dass so viele Jugendliche kein eigenes Bett haben?

Jedes Jahr verlieren tausende Menschen ihre Wohnung. Wohnungslos sein bedeutet, ohne privaten Wohnraum und ohne fest eingetragenen Wohnsitz leben zu müssen.
Allein 2012 zählte man 65.000 neue Wohnungsverluste in Deutschland. Einer Studie der BAG W zufolge ist die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland zwischen 2010 und 2012 auf etwa 284.000 gestiegen. Und es geht noch weiter – bis hin zum Jahre 2016 werden Höchstzahlen von nicht weniger als 380.000 Menschen ohne ein festes Dach über dem Kopf erwartet.

 

Obdachlosigkeit in Deutschland– Immer mehr Minderjährige leben auf der Straße

Auch die Zahl der Obdachlosen nimmt weiter zu: 24.000 Menschen erfasste die BAG W vor zwei Jahren in den Straßen Deutschlands. Obdachlos – das heißt, ohne Unterkunft und auf der Straße lebend – sind demnach etwa 252.000 Erwachsene und 32.000 Minderjährige und Jugendliche.
Auffallend ist außerdem der hohe Anteil an männlichen Obdachlosen: Auf 189.000 (75%) Männer kommen etwa 63.000 (25%) Frauen, die ihren Alltag auf der Straße bewältigen müssen.

8 Responses

  1. Mara Winter sagt:

    Richtig tolle Graphik, Rebecca!

  2. Boryana sagt:

    Hi Rebecca! Great writeup and most up-to-date stats that I could find on the web! Do you happen to have estimates for Berlin for 2015 or can recommend me a source? Thanks a lot in advance!

  3. stefanie sagt:

    Eine tolle Graphik Rebecca! Hast du Zahlen für München oder Deutschland im internationale Vergleich?

  4. Regina Klein sagt:

    Wenn wir uns die Aufnahme des nicht enden wollenden Flüchtlingsstroms leisten können, wie unsere Kanzlerin immer wieder behauptet, dann weiß ich nicht, wieso unsere Regierung nicht bemüht ist, das Elend der Obdachlosen zu stoppen und dafür zu sorgen, dass jeder ein Dach über dem Kopf hat und nicht hungern muss. Die leerstehenden Kasernen und Krankenhäuser hätten genauso gut für die Obdachlosen hergerichtet werden können, wie sie jetzt für die Migranten hergerichtet wurden. Ich schäme mich für unsere Regierung, für unsere Frau Merkel, die immer wieder betont, was wir uns alles leisten und schaffen können. Finde ich auch ganz super; es wäre jedoch wünschenswert, wenn wir es uns nun auch noch leisten würden, dass unsere Mitmenschen nicht auf der Straße im Dreck leben müssten und froh sein können, wenn sie den Winter überlebt haben. Verklagen müsste man unsere Regierenden wegen unterlassener Hilfeleistung.

  5. gerd sagt:

    @regina klein
    natürlich sollte eine regierung dafür sorgen, daß jeder bürger eine unterkunft, bzw. sogar eine wohnung hat. aber obdachlosigkeit mit der flüchtlingskrise in verbindung zu setzen ist kurzsichtig, hirnamputiert und sachlich falsch.
    vielmehr liegen die gründe des zunehmenden wohnraummangels und zunehmender obdachlosigkeit im niedrigen zinssatz und dem damit einhergehenden immobilienboom der letzten jahre begründet, bzw. auch der massenhaften privatisierung öffentlicher wohnungsbestände jahre zuvor. wohnen ist keine ware, sondern ein grundbedürfnis. das haben die investoren nicht verstanden, die die mieter zunehmend aussaugen.
    menschen, die ohnehin schon am unteren ende der gesellschaft stehen, wie flüchtlinge und obdachlose, gegen einander ins verhältnis zu setzen ist mehr als ekelhaft.
    sie sollten vielmehr die immer mehr ausufernde profitgeilheit der bonzen geisseln, anstatt noch nach unten zu treten! wie es in unserer gesellschaft aber leider oft so ist, suchen sie sich lieber einen sündenbock, anstatt am eigentlichen problem anzusetzen.

  6. Christina Korb sagt:

    Selbstverständlich darf man in Frage stellen, warum für Migranten ganze Stadviertel (Hamburg) neu entstehen, für gleichermaßen wichtige wir richtige Maßnahmen wie Unterkunft / Wohn- und Bedarfkosten, Alltagshilfen wie Deutsch- und Integrationskurse und nicht zuletzt Arbeitsmarktintegratoinsprogramme für mehr als 1.000.000 Migranten zu 100% Steuern vorhanden sind – für die Obdachlosen aber keiner bzw. so gut wie kein neuer Wohnraum mit geeigneten Programmen und Betreuungspersonen (z.B. nach Dänischem Modell) zur Verfügung steht. Es fehlt definitv in der Anzahl an geeigneten Wohnräumen und Programmen.
    Die gängigste Floskel bei der Unterbringung von Migranten ist „Menschenunwürdiger Zustand“, da schaut man hin, da wird man laut, aber die Obdach- und Wohnunglosen werden übersehen oder bewußt ausgeklammert. Deren menschenunwürdiger Zustand ist scheinbar völlig in Ordnung, zumindest so in Ordnung, daß man evtl. mal 5 Euro hier und da spendet.
    Regina Klein tritt in keiner Weise erkennbar nach unten, noch ist ein Vergleich zwischen beiden Gruppen hirnamputiert.
    Im Gegenteil, beide Gruppen sind eigentlich in der selben Situation, aus unterschiedlichen Gründen. Nur wird für die eine zur Hilfe aufgerufen (Zeitungen, Telemedien, Gemeindeblätter nebst Erhebungsbögen) und alles Mögliche getan sowie zur Verfügung gestellt, für die andere kaum das Nötigste. Da nehmen Regierung und der Hauptteil der Bevölkerung sich nichts.

    Die genannten Gründe für mangelnden Wohnraum sind korrekt, aber bei weitem nicht der einzige Grund, warum vor allem Kinder (Tendenz steigend) und Jugendliche ohne Obdach sind und sie rufen schon lange nach Hilfe. Immer wieder. Immer wieder. Und sie benennen (!) sogar die Mißstände.

    @ Rebecca und Team: Vielen Dank für diese wunderbare Seite und für diesen Beitrag nebst toller Grafik.

  7. sippi sagt:

    hallo ich suche freunde

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